Foodsharing – Eine Einführung – Teil 1

Foodsharing ist eine meiner großen Leidenschaften. Mittlerweile ist Foodsharing wahrscheinlich allgemein bekannt – vor allem unter den Lesern dieses Blogs finden sich wahrscheinlich schon einige Foodsaver. 🙂 Allein wir Hamburger bekommen recht regelmäßig Anfragen für Interviews, Clips oder Auftritte auf Veranstaltungen. Deswegen will ich dich nicht mit einer Erklärung langweilen, was Foodsharing eigentlich ist – die gibt es zum Beispiel auf Youtube.

Was ist das hier dann?

Ich will dir eine ganz persönliche Einführung in das Thema geben, das mich so bewegt: Wie bin ich dazu gekommen? Wie identifiziere ich mich damit? An welchen Stellen packe ich an? Vielleicht findest du dich in manchen Punkten wieder oder hast sie komplett anders erlebt. Schreib das dann gern in die Kommentare!

Wie bin ich dazu gekommen?

Vor mehr als 2 Jahren, im Sommer 2012, fing das an. Ich ernährte mich schon länger vegan und sah mich als nachhaltig lebenden Menschen. Wie viele andere hatte ich allerdings einfach nie darüber nachgedacht, was der Supermarkt um die Ecke mit den Lebensmitteln macht, die nicht verkauft wurden.

Eines Abends änderte sich das schlagartig. Ich schaute das heute-journal (ich hatte damals noch einen Fernseher) und im Anschluss kam die Reportage 37 Grad. Das Thema war Schätze aus der Tonne und da ich nichts besseres zu tun hatte, sah ich mir auch das an. Es ging unter anderem ums Containern. Dass Raphael Fellmer, der dort beim „Mülltauchen“ begleitet wurde, einer der Gründer von Foodsharing ist, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ich konnte gar nicht glauben, was ich sah – so viele Lebensmittel liegen in den Tonnen der Supermärkte?

Die nächtliche Tour

Ich beschloss, selbst nachzusehen. Am nächsten Tag besorgte ich mir eine ordentliche Taschenlampe und Handschuhe. Abends stieg ich nervös aufs Fahhrad – was ich tat, war ja illegal. Ich fuhr eine Runde durch Erlangen und schaute bei fünf Betrieben in die Tonnen. Den Supermarkt um die Ecke sparte ich dabei aus, da dort ein Bewegungsmelder war und ich nicht in der hell erleuchteten Einfahrt in der Tonne wühlen wollte. Ich fand: Nichts. Scheinbar ist in Erlangen das Problem nicht so groß wie in Berlin oder die Tafel holt mehr ab, dachte ich mir. Damit war das Thema für mich vorerst erledigt und mein Gewissen beruhigt.

Doch die Ruhe weilte nicht lange. Ein paar Tage darauf unterhielt ich mich mit einem Freund über meine nächtlichen Erfahrungen. Er erzählte mir zu meiner Überraschung, dass er regelmäßig containern geht – vor allem auch beim Supermarkt vor meiner Tür. Die darauf folgende Nacht waren wir zusammen unterwegs und trotz Licht und vielen Anwohnern interessierte sich scheinbar niemand für unsere Aktivitäten. Was wir fanden, war enorm: Ich konnte gar nicht so viel mitnehmen und musste nochmal Taschen holen.

Wir retteten alles, was man sich vorstellen kann. Obst, Gemüse, Joghurt, Brot, Chips, teilweise Getränke… So viel konnte ich unmöglich selbst essen. Also verteilte ich einen großen Teil der Lebensmittel weiter. Das hatte einen netten Nebeneffekt: Es wurde in meinem Freundeskreis zum Thema. Und plötzlich wollten auch andere mit auf nächtliche Touren.

Wie das dann auf einmal zum Selbstläufer wurde, erfahrt ihr morgen in Teil 2! 🙂

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