Foodsharing – Eine Einführung – Teil 2

Container-Touren

Wir gingen regelmäßig auf nächtliche Streifzüge und fischten immer mehr aus den Tonnen. Nach kurzer Zeit verliert man die Hemmungen – ich war auch bei einem Supermarkt direkt neben dem Polizeirevier in den Tonnen wühlen. Der Polizist, der zufällig vorbei kam, schaute kurz und lief dann weiter.

Der Höhepunkt meiner Container-Erfahrungen: Ich war mit einer guten Freundin und ihrer Mutter bei einer großen Supermarktkette und wir zogen so viele astreine Lebensmittel aus den Tonnen, dass wir es im Auto (ein Kombi!) nicht alles transportieren konnten. Ich fühlte mich großartig, so viele Lebensmittel vor der Vernichtung bewahren zu können.

Was ist Foodsharing?

Foodsharing_Dinner_Nürnberg

Ein Foodsharing-Dinner in Nürnberg.

Nach fast einem Jahr regelmäßigem Containern traf ich im Lesecafé Anständig Essen Sabrina, die den wunderbaren Niemblog über Nachhaltigkeit im Alltag schreibt. Sie erzählte mir, dass es in Nürnberg (das ist nur etwa 20 km entfernt) schon eine Foodsharing Gruppe gibt. Diese veranstaltet einmal im Monat ein Foodsharing Dinner. Dort wird aus Lebensmitteln, die sonst in der Tonne gelandet wären, ein tolles Buffet gezaubert! Das Foodsharing Dinner gibt es übrigens immer noch jeden dritten Mittwoch im Monat dort – falls du mal in der Nähe bist.

Ich schaute also dort vorbei, lernte Foodsaver kennen und war erstaunt darüber, dass das alles legal abläuft. Foodsaver holen die Lebensmittel von den Betrieben ab, anstatt sie zu containern. Die Frage, die sich mir sofort stellte: Warum gibts das in Erlangen noch nicht?

Der Anfang von Foodsharing Erlangen

Ich meldete mich also auf www.foodsharing.de an und sah nach, von welche Betrieben in Erlangen abgeholt wird – von keinem. Ich wollte das ändern, also schrieb ich ans Botschafter-Begrüßungsteam. Dieses Team ist für Leute zuständig, die Foodsharing in ihrer Stadt neu aufziehen wollen. Und siehe da: Es gab schon jemanden, der die gleiche Idee hatte: Jenny.

Ich traf mich mit Jenny, die ganz in der Nähe wohnte und wir holten bei unserem ersten Betrieb ab. Außerdem veranstalteten wir, mit Unterstützung der Nürnberger Foodsaver und dem Lesecafé, einmal im Monat ein Foodsharing Dinner in Erlangen. Nach einer Weile hatten wir ein paar Foodsaver am Start, eine Facebook-Seite und wir eröffneten unseren ersten Fairteiler.

Auf dem Weg nach Hamburg

Nur kurze Zeit später, mittlerweile war es Anfang 2014, fragte mich eine befreundete Foodsaverin aus dem Umland von Nürnberg, ob ich nicht Lust hätte, auf das Foodsharing Bundestreffen nach Hamburg mitzufahren. Sie fuhr mit dem Auto und es wäre spontan ein Platz frei geworden. Ich zögerte nicht lange und drei Tage später waren wir auf dem Weg zum Bundestreffen im Jenfeld-Haus.

Was ich dort für wunderbare Menschen kennen gelernt habe, erfährst du morgen in Teil 3. 🙂

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